Wenn Sponsoren den Spitzenvereinen Millionenbeträge zahlen, erwarten sie bestimmte Leistungen. Diese sind normalerweise in den Verträgen festgelegt, und sie reichen von Trikotwerbung bis zu Fototerminen mit den Geldgebern. Immer wieder wird aber gefragt, ob die Sponsoren über die vertraglichen Leistungen hinaus Einfluss haben.

Bei Spitzensportlern, die keiner Mannschaft angehören, hat es in der Vergangenheit immer wieder solche Vorwürfe gegeben. Gerade wenn ein Sportler negative Schlagzeilen macht, wie einst Tiger Woods, wenden sich Sponsoren von ihnen ab. Im Gegenzug gibt es deshalb die Vermutung, dass man beim Privatleben eines Sportlers mitreden will.

Schaut man sich Spitzenleichtathleten wie Usain Bolt an, dann liegt der Verdacht nahe. Ihn betraf es einmal, weil es einen Doping-Verdacht in Jamaica gab und Sponsoren ihn nur wegen seiner Nationalität nicht unter Vertrag nehmen wollten. Er selbst hatte nichts falsch gemacht.

Skandale verschrecken Sponsoren

Bei Sportlern, die des Dopings überführt werden, ist ein Rückzug der Sponsoren unausweichlich. Niemand will seine Marke mit Betrug in Verbindung bringen. Aber wie ist es beim Lebensstil?

Der US-Golfstar Tiger Woods hat am eigenen Leib erlebt, dass selbst das Familienleben einen Einfluss hat. Nach seinem persönlichen Tief und Scheidungsgerüchten mit entsprechenden Schlagzeilen kündigten viele Sponsoren die Verträge.

Der amerikanische Schwimmer Ryan Lochte verlor einen Sponsor, weil er über einen angeblichen Überfall bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gelogen hatte. Und in Deutschland wendeten sich Sponsoren von Mesut Özil ab, nachdem dieser sich mit dem türkischen Präsidenten Erdogan hatte ablichten lassen.

Oftmals gibt es einen unausgesprochenen Druck auf Sportler. Es wird erwartet, dass sie bestimmte Klischees erfüllen und sich im Privatleben entsprechend benehmen. Wer betrunken aus der Kneipe fällt und dabei fotografiert wird, beschädigt sein Ansehen und damit seinen Werbewert sowie letztlich die Reputation des Sportlers. Wer im Sport erfolgreich ist und Sponsorengelder bekommt, hat damit auch kaum noch ein Privatleben und wird sich den unausgesprochenen Regeln unterwerfen müssen.