Der 32-jährige achtfache Olympiasieger im Sprint schnürt seit Oktober 2018 beim australischen Erstligisten Central Coast Mariners seine Fußballschuhe.

Sollte sich aber nicht bald ein Sponsor für den berühmten Jamaikaner finden, dürfte sein Traum einer Karriere als Fußballer bald wieder ein Ende finden.

Aber nicht nur finanziell gibt es Probleme, sondern auch mit der Fitness, so sein Trainer Mike Mulvey. Ein Einsatz in der ersten Mannschaft sei deshalb zunächst nicht möglich, denn er brauche noch mehr Praxis in Wettkampfsituationen.

Das ihm angebotene Gehalt von umgerechnet 80.000 Euro ist nur ein Bruchteil des vom Jamaikaner erwarteten Betrages.

Markus Babbel, der frühere Bayern-Profi und damalige Trainer der Western Sydney Wanderers, meinte, er habe Usain Bolt spielen sehen, aber er halte das eher für eine PR-Aktion, um die australische Liga aufzuwerten und mehr Zuschauer anzulocken.

Schon als Jugendlicher hatte der Jamaikaner von einer Fußball-Karriere geträumt. Gleich nach der Beendigung seiner aktiven Sprinter-Karriere absolvierte er im März 2018 eine Trainingseinheit bei Borussia Dortmund. Der damalige BVB-Trainer Peter Stöger bescheinigte ihm zwar Talent, aber in puncto Mannschaftsarbeit sei noch großer Nachholbedarf.

Die Karriere des Usain Bolt

Usain St. Leo Bolt wurde am 21. August 1986 im jamaikanischen Sherwood Content geboren. Von Kindesbeinen an leidet Usain Bolt an einer Skoliose, einer Seitenabweichung der Wirbelsäule, die von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München regelmäßig behandelt wird.

Im Jahr 2002 erregte er zum ersten Mal internationale Aufmerksamkeit, als er mit nur 15 Jahren Juniorenweltmeister über die 200-Meter-Distanz wurde.

2008 erzielte der Sprinter bei den Olympischen Spielen von Peking mit 9,69 Sekunden seinen eigenen Weltrekord in dieser Disziplin.

Bei den Weltmeisterschaften in Berlin im Jahr 2009 lief er mit einer neuerlichen Rekordzeit von 9,58 Sekunden zur Goldmedaille.

Bei den allen Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen gewann der Jamaiker insgesamt 23 Goldmedaillen und fünfmal Silber. Im Jahr 2017 ging diese einzigartige Karriere des Sprinters zu Ende.

Nicht nur seine Siege, auch seine Inszenierungen vor und nach einem Wettkampf waren einzigartig. Die berühmteste Pose ist die des Sterndeuters oder Bogenschützen, je nachdem, wie man die Bewegung deuten möchte.

Beim Finale über 100 Meter, bei den Olympischen Spielen in Peking 2008, reduzierte er bereits nach 80 Metern seine Geschwindigkeit, drehte sich um und klopfte sich auf die eigene Brust. Jacques Rogge, der damalige IOC-Präsident, rügte ihn deshalb und forderte von ihm mehr Respekt gegenüber seinen Gegnern.

An Selbstbewusstsein mangelte es ihm nicht, bezeichnete sich er doch selbst nach seinem Sieg über die 200-Meter-Distanz bei den Olympischen Spielen 2012 in London als Legende und großartigster lebender Athlet.

Das US-Magazin Forbes listete ihn im Jahr 2012 auf Platz 63 der bestverdienenden Sportler weltweit. Unter den Leichtathleten war er dabei auf Platz eins. Bemerkenswert war, dass von den 20 Millionen US-Dollar nur 300.000 aus Preisgeldern stammten; der Rest kam von Werbepartnern und Sponsoren.