Der nach der enttäuschenden Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland mittlerweile zurückgetretene Nationalspieler Mesut Özil hat schwere Vorwürfe gegen den DFB selbst, aber auch gegen seine Sponsoren erhoben.

Der 30-jährige Mittelfeldspieler des FC Arsenal beklagte, dass der Hauptsponsor der Nationalmannschaft, Mercedes-Benz, ihn in seiner Kampagne im Vorfeld der Weltmeisterschaft nicht mehr berücksichtigt hat. Ein Sponsor habe aber auch in unruhigen Zeiten Spieler zu unterstützen. Der DFB habe auch während der Abgasaffäre hinter dem Autohersteller gestanden und keine Fragen gestellt, so der Fußballprofi.

Darüber hinaus musste der Ex-Nationalspieler auch ein Projekt mit Kindern an einer Londoner Schule absagen, da sich Geldgeber von ihm abgewendet hatten.

Ursache für die Aufregung um den Nationalspieler war ein Foto, das ihn zusammen mit dem türkischen Präsidenten Erdogan während eines Aufenthalts in London zeigte.

Mesut Özil

Der am 15. Oktober 1988 in Gelsenkirchen geborene Spieler war bis zu seinen 18. Geburtstag türkischer Staatsbürger, bis er sich entschloss die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, um für sein Geburtsland spielen zu können.

2005 wurde die Jugendabteilung des FC Schalke 04 sein erster Profi-Verein. Schon ein Jahr darauf stand er im Profikader der Gelsenkirchener.

Nach Unstimmigkeiten zwischen seinem Management und dem FC Schalke wechselte das damals 19-jährige Talent im Winter 2008 zum SV Werder Bremen und entwickelte sich bei den Hanseaten langsam zum unverzichtbaren Stammspieler. Beim Pokalfinale 2008/2009 erzielte er den Siegtreffer gegen Bayer 04 Leverkusen und stand im UEFA-Cup-Finale.

Nach einer erfolgreichen Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wurde man bei Real Madrid auf den jungen Spieler aufmerksam und holte ihn in die spanische Hauptstadt. Nach schwankenden Leistungen bei den „Königlichen“ aus Madrid entschloss man sich 2013, ihn durch den Kroaten Luka Modric zu ersetzten.

So spielt er seit der Saison 2013/2014 beim FC Arsenal in London, wo er auf seine Landsleute Per Mertesacker und Lukas Podolski traf, die zu der Zeit ebenfalls für die „Gunners“ spielten.

Das erste seiner 92 Länderspiele bestritt er am 5. September 2006 gegen Österreich unter dem damals neuen Trainer der Nationalmannschaft, Jogi Löw. Mesut Özil entwickelte sich schnell zum Stammspieler bei den folgenden Turnieren mit dem Höhepunkt des Titelgewinns 2014 bei der WM in Brasilien. Insgesamt erzielte er 23 Tore für die Nationalmannschaft.