Zweitligist Hamburger SV hat wieder einmal Ärger mit seinen Sponsor, dem Milliardär Klaus-Michael Kühne.

Das stets schwierige Verhältnis zwischen dem finanziell klammen Traditionsklub und seinem Mäzen geht also weiter.

Der Streit geht dieses Mal um die Namensrechte am Volksparkstadion. Der 81-jährige Unternehmer hatte diese vor vier Jahren erworben, um den Begriff „Volksparkstadion“ wieder zu etablieren. In der Vergangenheit hieß die Arena bereits abwechselnd AOL-Arena, HSH Nordbank Arena und zuletzt IMTECH-Arena. Stets zum Missfallen der HSV-Anhänger.

Kühne war verärgert über die Indiskretionen, die an die Öffentlichkeit getragen wurden, dass er bereit sei, den laufenden Vertrag für die Namensrechte zu verlängern, da diese mit Saisonende auslaufen. Damit wolle man versuchen ihn unter Druck zu setzen, meinte der Unternehmer.

Bereits im Juni 2018 kündigte Kühne ein Ende seines finanziellen Engagements bei den Hanseaten an. Seit dem Jahr 2010 hat er fast 100 Millionen Euro in den Hamburger SV investiert, aber eine Aufwärtsentwicklung war dabei nicht zu erkennen. Eher im Gegenteil, denn in der Vorsaison stieg der „Dino der Bundesliga“ zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die zweite Liga ab.

Kühne besitzt bereits 20,57 Prozent der Anteile und ist damit größter Anteilseigner am ehemals so erfolgreichen Klub.

Bernd Hoffmann, der Präsident des HSV, sieht aber die 24,9 Prozent Sperrklausel als unüberwindbares Hindernis an.

Klaus-Michael Kühne

Der Manager und Unternehmer wurde am 2. Juni 1937 in Hamburg geboren. Er ist Mehrheitsaktionär beim weltweit agierenden Logistikdienstleister Kühne + Nagel und bekannt als Aktionär des Hamburger Sportvereins.

Sein Privatvermögen wird für das Jahr 2018 auf 14 Milliarden US Dollar geschätzt. Dies bedeutet Rang sieben unter den reichsten Deutschen und Platz 93 weltweit.

Nach dem Abitur begann er zunächst eine Laufbahn als Bankkaufmann und wechselte später zu Speditionen und Reedereien in der Hansestadt. Mit 21 Jahren trat er in das Logistikunternehmen seines Vaters, Alfred Kühne, Kühne + Nagel ein. Fünf Jahre später wurde er Teilhaber des Konzerns.

Durch die Umwandlung des Unternehmens in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1966 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden des Konzerns berufen und gründete den Firmensitz im schweizerischen Schindeleggi im Kanton Schwyz.

Nach zahlreichen finanziellen Schwierigkeiten in den 1970er Jahren, ausgelöst durch die Ölkrise, wandelte er 1994 die Kühne + Nagel International AG zu einem börsennotierten Unternehmen um.

Seit dem Jahr 1998 ist er Präsident und Delegierter des Verwaltungsrats und im Besitz von 55,75 Prozent der Aktien. Darüber hinaus ist er an der Reederei Hapag-Lloyd mit 25 Prozent Gesellschafter.

Kühne ist aber nicht nur Sponsor des HSV. Auch Hotels, Universitäten und die Elbphilharmonie werden von ihm finanziell unterstützt.